DenkOrt Giebelstadt - Audioguide

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DenkOrt Giebelstadt

„Wir erinnern an die Menschen, die einmal Nachbarn in Giebelstadt waren. Ihr Schicksal ruft zur Zivilcourage gegen Hass und Unmenschlichkeit auf.“ So steht es auf der Informationstafel am DenkOrt Giebelstadt geschrieben. Der DenkOrt in Giebelstadt wurde am Volkstrauertag, dem 14.11.2021 zur Erinnerung an die Pogromnacht (09.11.1938) feierlich eröffnet. Er befindet sich zwischen Rathaus und Bücherei nahe der Ortsmitte und besteht aus einem braunen Rucksack aus zerbrechlichem Ton von der Töpferei Eßfeld, sowie einer Sitzecke mit einer Infotafel.

Ein Zwilling des Rucksackes steht auch am Würzburger Hauptbahnhof. Der Rucksack soll an die 11 deportierten Giebelstädter erinnern, die alle, bis auf eine Person im Konzentrationslager starben.
„Mit diesem Gepäckstück an diesem Standort nehmen wir Vergangenes mit in die Gegenwart und Zukunft“ (Zitat Bürgermeister Helmut Krämer), so beschreibt Bürgermeister Helmut Krämer den Rucksack. Warum gerade ein kleiner, unscheinbarer Rucksack? Bis heute ist ein Rucksack ein Reisegepäck, das jeder kennt und nutzt. Dieser hier sieht aus, als wäre er vergessen worden. Doch er soll an die Vertriebenen und Ermordeten der Gemeinde Giebelstadt erinnern. Es steht als Symbol für das Leid auf der letzten Reise vieler Juden.
Im frühen 18. Jahrhundert war etwa ein Drittel der Giebelstädter Bevölkerung jüdischen Glaubens. 1930 lebten jedoch nur noch 8 jüdische Familien in Giebelstadt. Nach der Reichspogromnacht waren es nur noch 11 Personen, die danach deportiert oder zwangs- umgesiedelt wurden. Damit endete 1942 das jüdische Leben in Giebelstadt.